Geschichte des Muttertags
Unabhängig vom heutigen kommerziellen Interesse hat der Muttertag Wurzeln in grauer Vorzeit. Im griechischen Altertum wurde Mitte März ein Fest mit Zeremonien für Kybele bzw. Rhea, der Mutter des großen Gottes Zeus, gefeiert. Ähnliches gab es bei den Römern (Juno), Kelten (Manu) und Germanen (Frigg, Freja). Allerorts gab es Göttinnen, mit denen sich Frauen und Mütter identifizieren konnten.
Heinrich III. von England (1216-1239) war zumindest der Namensgeber. Er rief den Mothering Day ins Leben; allerdings um Mutter Kirche zu danken. Dieser viel auf den Sonntag Lätare, der die Mitte der Fastenzeit vor Ostern markiert und an denen die Knechte und Mägde nicht arbeiten mussten, sondern ihre Eltern besuchen konnten. Es wurde bald üblich, dass die erwachsenen Kinder ihren Müttern einen Muttertagskuchen Simmel Cake (Semmelbröselkuchen) mitbrachten. Auch aus anderen Ländern wie Thüringen, der Campagne und Wallonien sind ähnliche Besuchstage überliefert.
In Amerika gründete 1858 Ann Marie Reeves Jarvis, selbst Mutter von 11 Kindern von denen nur 4 das Erwachsenenalter erreichten die 'Mothers Days Works Clubs', die an einer Beseitigung sanitärer Missstände arbeiteten - dem hauptsächlichen Grund für die hohe Kindersterblichkeit. Bereits drei Jahre später bot der Bürgerkrieg ein weiteres Arbeitsfeld - aufgrund der Lage zwischen den Fronten für beide kriegsführende Parteien. Nach Beendigung der Kämpfe versuchte Ann Marie Reeves Jarvis 1865 unter dem Namen 'Mothers Friendships Day' eine Bewegung der Mütter für den Frieden zu installieren..
1870 startete die Schriftstellerin und Frauenrechtlerin Julia Ward Howe (Battle Hymn Of The Republic - dem meistgesungenen Lied des Bürgerkrieges, dessen ursprünglichen Text sie entschärft hatte) eine eigene 'Mütter-Friedenstag' Initiative: Es sollten nicht länger Männer und Söhne in Kriegen geopfert werden.
Später nahm Anna Jarvis diese Idee wieder auf und feierte 1907 am 2. Sonntag im Mai - dem Todestag ihrer Mutter - einen Dank-Gottesdienst in ihrer Kirche aus Philadelphia; sie startete dann eine Werbekampagne für einen Muttertag. 1910 wurde er im Bundesstaat West-Virginia eingeführt, andere Bundesstaaten folgten. Am 8. Mai 1914 erklärte Präsident Woodrow Wilson jeden zweiten Sonntag im Mai zum nationalen Feiertag.
Nach Europa wurde der Muttertag von der Heilsarmee gebracht. Noch während des Krieges fand er 1917 in der Schweiz Eingang. Es folgten die nördlichen Länder Norwegen (1918) und Schweden (1919). In Österreich setzte Marianne Hainisch (die Mutter des Bundespräsidenten) 1927 den Muttertag via Rundfunk durch.

















