Sonntag, 19. August 2007

Warum weiß man oft erst dann etwas zu schätzen,

wenn man es nicht mehr hat?

Das Problem kennt ein jeder:
  • ein Auto, über das man sich ärgert bzw einem den Nerv raubt
  • die Beziehung die man nicht aushält
  • die Schule, die man hasst
Aber erst, ...
... wenn kein Auto mehr da ist, wird bemerkt, wie gut das alte war
... wenn die Beziehung beendet ist, wird bemerkt man wie sehr sie einem abgeht
... wenn die Schule beendet ist und die Arbeit ruft, wird bemerkt, wie schön und angenehm die Schule war.

Warum ist das so?
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creature - 19. Aug, 19:06

wenn das kind in den kindergarten geht möchte es schon in die schule, in der schule möchten sie schon die matura hinter sich, dann studieren sie und möchten schon einen guten job, kaum eine beziehung geknüpft, wünscht sich einer davon ein kind und familie, nach einiger zeit sehnen sie sich nach der pension, im laufe des alters und der gebrechlichkeit und schmerzen wünschen sie den tod, im augenblick des todes sehen sie auf das leben zurück und wünschten sich, "hätte ich doch alles mehr genossen", zu spät, mein lieber!

dr_adi_waberl - 19. Aug, 19:44

so wie du das beschreibst, habe ich das Gefühl, dass alles viel zu schnell geht und die Menschen dadurch zu spät darauf kommen, was sie wollen. Aber wie ich diese Diskussion (heute in einem Gasthaus an einem Nebentisch) erlebt habe, haben die Beteiligten ihren "Fehler" ja gleich bemerkt und dürften nichts ändern können
creature - 19. Aug, 21:13

ich wäre fast gestorben und war erst 21, in dem vermeintlichen "letzten stündchen" tat es mir nicht um die zukunft leid, die kennt ja niemand, sondern über das bisher, ich sah mich als kind, alles war ok und mir gings gut aber dann, dann kamen die gedanken und das "ich" und das "ich will", und dieses vernebelte mir den blick auf das was ist, und es tat so weh, diese verlorene zeit, die zeit die ich in gedanken verbrachte und nicht im lebendigsein, ich hörte mich sprechen mit meinen freunden, das war nicht mein wirkliches ich, es waren konzepte von denen ich annahm das soll so sein, diese sprüche als halbwüchsiger, diese angeberei und poserei und gut sein wollen und dabei sein wollen und in wirklichkeit war da gar nichts, alles nur rollenspiel, mich hats innerlich zerrissen weil ich dachte ich kanns nie mehr gutmachen, es ist vorbei, meine chance dahin.
dieses erlebnis war so tief das ich danach alles änderte, mein bestreben war nach authentizität und wahrheit, mich so geben wie ich mich fühle und nur das nach aussen zu zeigen egal wie die umwelt reagiert, ob sie dich nun mögen oder nicht ist nicht mehr wichtig, völlig egal, ich muß mich mögen, damit lebt es sich so leicht und frei ich mags nicht mehr missen, dieses gefühl, und bin unendlich dankbar für diese lehre die ich da bekam!
einatmen, dieses köstliche element luft, und wieder ausatmen, alles andere sind zugaben.
SuperWeib - 19. Aug, 19:06

Weil man das, was man hat, sehr oft nicht zu schätzen weiß - sei es aus Gewohnheit, aus Mangel an Vergleich, aus Idealisierung oder auch wegen dem "Reiz des Unbekannten"...

dr_adi_waberl - 19. Aug, 20:13

... und wenn man/frau es selber zu schätzen weiß, wird man/frau evebtuell selber nicht geschätzt - kann ja auch passieren
SuperWeib - 19. Aug, 22:36

Das kann auch passieren, ja - das ist dann der Moment in dem sich viele für den anderen nach dessen Wünsche und Vorstellungen ändern... der Anfang vom Ende.
NBerlin - 19. Aug, 19:51

Weil wir Deutschen ein Meckervolk sind, alles was man hat ist scheiße und alles was man nicht hat ganz sicher ganz toll. Dementsprechend ist es doch ganz klar das alles was man nicht mehr hat plötzlich ganz toll sein muss.

dr_adi_waberl - 19. Aug, 20:04

bisher habe ich geglaubt, dass nur wir Österreicher grantler und meckerer sind - ich bin jetzt froh, dass ich weiß, dass auch die Deutschen ein Meckervolk sind. Gemeinsam sind wir stark ;-))
SingleMama - 19. Aug, 19:54

Superweib und Nadine haben es ja schon gesagt: grundsätzlich ist man nie zufrieden mit dem, was man hat. An allem muss rumgemeckert und -kritisiert werden.
Den Wert schätzen wir wirklich erst dann, wenn es für uns verloren ist.

dr_adi_waberl - 19. Aug, 20:52

aber wenn das stimmt, das man mit dem was man hat nie zufrieden ist, kann man ja nie zufrieden sein - irgendwas hat man ja immer. Und wenn man nichts hat, dann ist man ja auch nicht zufrieden
ra-bea - 19. Aug, 20:59

Der Mensch kann sich halt einfach mit nichts zufrieden geben ....schätze ich. Wie man so schön sagt: "Irgendwas ist ja immer."

dr_adi_waberl - 19. Aug, 21:30

wenn der Mensch mit dem was er hat zufrieden wäre, würde es ihm aber besser gehen - das ist das, was ich eigentlich nicht ganz verstehe - oder doch!
tpl - 19. Aug, 22:01

für mich habe ich gelernt, gewisse "wichtigkeiten" (mag das wort prioritäten nicht) im leben zu setzen. zudem ist für mich persönlich zeit ein sehr wertvolles gut - das dann eben diesen mir wichtigen menschen/dingen entgegengebracht wird.
somit laufe ich zumindest im vergleich zu früher weniger gefahr, zeit mit unwichtigem zu verlieren/vergeuden u erlebe vieles bewusster. das macht zufrieden u auf das gefühl passt man schon auf, damit es nicht vergeht...

dr_adi_waberl - 19. Aug, 22:17

so halte ich es auch: so viel Zeit wie möglich mit Freunden/Familie und mir wichtigen Dingen zu verbringen - und nicht immer nach Neuem - Besseren zu suchen. Ich bin mit dem wie es ist (Beruf, Familie, Freunde, usw.) eigentlich sehr zufrieden
Lucretia (anonym) - 20. Aug, 10:33

Eine gute Frage

und ich glaube, es ist so, wie weiter oben jemand schon geschrieben hat - es hängt damit zusammen, ob man grad mit sich selbst zufrieden ist - und sich spüren kann oder nicht.
Denn nur wenn man sich gut spürt, kann man entscheiden, ob die Situation eine ist, die man besser hinnimmt oder doch lieber ändert. Schönen Montag!

dr_adi_waberl - 20. Aug, 11:55

ich bin auch der Meinung, dass dies so ist - aber wenn das wirklich stimmt, dann gibt es ja fast nur unzufriedene Menschen - zumindest fallen diese mehr auf

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